Thaifood

Das Leben genießen (essen) wie die Thailänder

Wer etwas genießt, kann das am Besten, wenn dabei alle Sinne angesprochen werden – genau das verspricht die Thaiküche. Wer schon einmal Zeit in Thailand verbracht hat, konnte feststellen, dass das Thema Essen zu jeder Zeit eine wichtige Rolle spielt. Böse Zungen behaupten sogar, dass es nur zwei Arten von Thailändern gibt. Die eine Hälfte aller Thais kocht und die andere Hälfte isst. Das ist natürlich nicht wirklich so, spiegelt aber sehr gut das Verhältnis der Thailänder zum Essen wider. Ich für meinen Teil habe die thailändische Küche von Anfang an in mein Herz geschlossen und bin seit nunmehr über 20 Jahren ein echter Fan der Thai-Küche. Insbesondere das Street-Food hat es mir angetan – nichts ist unkomplizierter als in Thailand etwas Leckeres zu finden und satt zu werden. Ich könnte den ganzen Tag essen, man sieht auch den ganzen Tag jemanden Essen – irgendjemand isst immer. Es schmeckt aber auch wirklich immer lecker. Gott sei Dank ist die thailändische Küche nicht nur ausgesprochen lecker, sondern auch sehr gesund. Wenn ich von thailändischem Essen rede, meine ich natürlich die vielen Garküchen auf der Straße, von denen es gefühlt Abermillionen gibt. Das ist nicht übertrieben, da es in Thailand keine festen Essenszeiten gibt – man isst ja immer. Das Geheimnis des Geschmacks beruht auf den vielen Würzpasten, Kräutern und Gewürzen. Klingt kompliziert und sicherlich sind auch ein paar Grundlagen zu beachten, aber im Großen und Ganzen lädt die thailändische Küche zum experimentieren ein. Jeder Koch hat seine eigene Art und Weise die traditionellen Gerichte, wie zum Beispiel Pad Thai, Tom Yam und viele andere mehr, zuzubereiten. Und immer ist das Ergebnis ein üppiges Fest für Augen und Gaumen. Womit wir wieder bei den Sinnen zum Genießen sind.

streetfood ganz romantisch

Wenn ich gefragt werde, was man in einem Thailandurlaub unbedingt unternehmen sollte, empfehle ich immer sämtliche angebotenen Köstlichkeiten auf der Straße zu probieren. Ganz ehrlich, wer in Thailand eine Pauschalreise „all-inklusiv“ bucht, verpasst das Beste, was diese Region zu bieten hat. Traut euch auf die Straße. Setzt euch während der Rushhour in Bangkok auf einen wackligen Plastehocker. Auf der einen Seite der stockende Verkehr, auf der anderen Seite der mit offenem Feuer betriebene Grill oder Kocher und ihr mittendrin aus einer Plasteschale essend und das Hier und Jetzt genießend.

Sanuk nennt der Thailänder – den Augenblick genießen.

So zu essen ist natürlich überhaupt nicht mit dem Speisen in einem Restaurant, so wie wir es kennen, zu vergleichen. Der Hocker wackelt. Der Campingtisch hat keine Tischdecke. Geschirr und Besteck sind meist aus Plaste oder billigem Blech. Alles wirkt schmuddelig. Aber man kann dem Koch direkt beim Kochen zusehen und der Geschmack lässt einen alles drumherum vergessen.

OK – manchmal ist es auch die Chili, die mit ihrer Schärfe dafür sorgt, dass die Welt stehen bleibt.

Kurz – wer in Thailand nicht auf der Straße isst, war nicht in Thailand.

Mein zweiter Tipp: besucht einen Kochkurs. Das macht mächtig Spaß und ihr lernt eine Menge über viele exotische Zutaten. Alles andere könnt ihr in jedem beliebigen Reiseführer nachschlagen.

Beim Kochen

Ich möchte euch an dieser Stelle ein wenig Lust zum selbst kochen machen und euch gleichzeitig zeigen, dass die thailändische Küche nicht nur für ein überwältigendes Geschmackserlebnis steht, sondern auch ein echtes Wohlempfinden für Körper, Geist und Seele hervorruft.

Die wunderbare rote Currypaste – Gaeng Pet

Die Zutaten

  • 10 große getrocknete rote Chilischoten, eventuell vorher ca. 1 h einweichen
  • 20 g Schalotten, fein gehackt
  • 40 g Knoblauch, fein gehackt
  • 2 EL frischer Galgant, fein gehackt
  • 4 Stangen Zitronengras, fein gehackt
  • 2 TL Kaffirlimettenschale, fein gehackt
  • 1 EL frischer Korianderwurzel, fein gehackt
  • 1 TL weiße Pfefferkörner
  • 2 TL Koriandersamen
  • 1 TL Kreuzkümmelsamen
  • 1 EL Garnelenpaste

Zubereitung

Zuerst die härtesten Zutaten (Chili und Pfeffer) in einen Mörser geben und mit einem Stößel zermahlen. Nach und nach alle weiteren Zutaten hinzufügen. Zwischendurch immer mal probieren ob die eine oder andere Zutat nicht zu stark heraus sticht oder geschmacklich untergeht. Alles sollte harmonisch und ausgewogen sein. Kleiner Tip von mir, wenn ihr die getrockneten Chili vorher 30 bis 60 min in Wasser einweicht, gehts leichter, den kleinen Unterschied schmeckt der Laie nicht, versprochen.

Je nach Kraft, Technik und Kondition kann es schon mal bis zu einer Stunde dauern, bis eine glatte Paste entsteht. Und JA, natürlich kann man das ganze auch im Mixer zubereiten. Das schmeckt aber nicht ganz so gut. Ist aber immer noch besser als gekaufte Currypaste.

Kleiner Tipp: Bereiten sie die Currypaste mit Freunden zu und drücken sie den Mörser einfach ihrem Nachbarn in die Hand.

Gesundheitlicher Aspekt:

Die handbetriebene Zubereitung eignet sich hervorragend zum Stressabbau und verbrennt natürlich jede Menge Kalorien bei gleichzeitigem definieren der Oberarmmuskulatur.

Tipp: Immer mal die Seiten wechseln.